Das Projekt

“Asiatische Popkultur” – Für Außenstehende klingt es nach Menschen in schrillen, auffälligen Kostümen, die schwarz-weiße Comics lesen und japanische Zeichentrickfilme schauen. Doch dieses Hobby bzw. Interesse wird leidenschaftlich gelebt und ist vielfältig, was von Außenstehenden oft übersehen wird. Zunächst werden vorwiegend Medien konsumiert: man liest japanische oder koreanische Comics – genannt Manga oder Manwha, schaut Animes (japanische Zeichentrickfilme), asiatische Filme oder asiatische Dramas (vergleichbar mit Telenovelen oder Soap Operas), spielt Videospiele oder hört japanische oder koreanische Musik – wobei dort von Rock, Pop bis Hiphop jedes Musikgenre vertreten ist.

Kreativität spielt ebenfalls eine große Rolle: die Kostüme – sogenannte Cosplays (aus dem Englischen „costume play“) – werden selbst angefertigt. Die Kleidung wird eigenhändig geschneidert, die Accessoires selbst hergestellt. Zudem wird gezeichnet und gemalt – von Illustrationen bis zum eigenen Comic. Andere schreiben so genannte Fan Fictions – eigene Geschichten zu ihren Lieblingsserien oder -spielen. Auch Technik spielt eine Rolle: mit Videoschnittprogrammen werden aus der Lieblingsserie eigene Musikvideos zusammen geschnitten. Andere synchronisieren sogar Szenen aus Animes, welche noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden, nach oder schreiben Untertitel für koreanische Dramas.

Zu den beiden letzten Beispielen gehören Sprachkenntnisse, was auch zeigt, dass von vielen Menschen, welche sich für die asiatische Popkultur interessieren, das Interesse über die reine Popkultur hinaus geht: Sprache, Tradition und Landeskunde gehören ebenfalls essenziell zu dieser Community.
Viele möchten Filme und Serien im Original verstehen und Musik mitsingen können. Und da Sprache erst dann richtig Spaß macht, wenn man sich mit Muttersprachlern unterhält, suchen viele auch Kontakt zu diesen, um Freundschaften über die Landesgrenzen hinaus schließen zu können.

Das Interesse an den Ländern und ihren Traditionen ist groß: gerne möchte man mal einen japanischen Yukata (Sommerkimono), Kimono oder einen koreanischen Hanbok tragen, die Landesküche genießen oder sich anderen Traditionen hingeben. Beispielsweise Go (ein Schach- ähnliches Spiel), Origami (Faltkunst) und Bogenschießen aus Japan oder Taekwondo (Kampfsportart) und Pansori (Theater) aus Korea, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Obwohl “Asiatische Popkultur” von außen sehr speziell scheint, ist die Interessenvielfalt unter den Anhängern enorm, so dass dort jeder seine Nische finden kann.

Das Projekt

Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin e.V. initiiert, im Rahmen des Projektes “Jugendkultur bewegt – Partizipation mit Kultureller Bildung”, Jugendbarcamps in ganz Berlin. In Zusammenarbeit mit Berlins Kultur- und Medienkompetenzzentren, sollten Barcamps mit jungen Menschen zusammen Berlin- weit organisiert werden. Jenny war von der Methode Barcamp begeistert, weshalb sie mit dem mezen – Medienkompetenzzentrum Pankow ein Jugendbarcamp organisieren wollte.

Sie überlegte, welches Thema Jugendliche interessiert und bewegt, aktiv an einem Barcamp teilzunehmen. Aus dem eigenen Interesse heraus wählte sie asiatischer Popkultur, da ihr bewusst war, wie groß die Austauschfreude und Leidenschaft dieser Interessensgemeinschaft ist. Um alles realisieren zu können, suchte sie weitere Teammitglieder und schon da zeigte sich das große Interesse und Potential, welches hinter dieser Community steckt. So haben sich insgesamt 17 tatkräftige Teammitglieder gefunden, welche zum 31. Januar 2015 das erste „POP|ASIA – Dein Barcamp für asiatische Popkultur“ organisierten.

Viele der Teammitgliedern hatten Ideen über das Barcamp hinaus, doch zunächst Zeit und Hilfe, diese Ideen umsetzen zu können. Jenny nahm die Motivation, sowie die Ideen das Projekt zu erweitern mit dem Ziel auf, nicht nur das Barcamp über soziale Netzwerke zu promoten, sondern auch den Kulturaustausch zu fördern,. Dabei entstanden immer mehr Ideen für einen POP|ASIA Youtube-Channel. Grund für diese Idee war, dass das Internet bei den Menschen im Allgemeinen einen immer wichtigeren Stellenwert im Bereich der Unterhaltung einnimmt und gerade junge Leute bevorzugen es stark gegenüber den „klassischen Medien“. Die Community rund um asiatische Popkultur benutzt es besonders stark, um sich auszutauschen und untereinander zu vernetzen.

Mit der Planung des zweiten Barcamps, worden somit auch Förderer, sowie Partner für den Youtube-Channel gesucht. Gefunden hat sich kijufi Berlin e.V. (Kinder- und Jugendfilm Berlin e.V.), welcher durch Workshops Wissen zu Theorie und Praxis des Filmens vermittelte, sowie durch das Ausleihen der Technik möglich machte, dass die Videos mit professioneller Ausrüstung gedreht werden konnten.

Somit gibt es aktuell zwei Teilprojekte bei POP|ASIA, den Youtube-Chanal und das Barcamp, welche sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit überschneiden.

2Arbeitsbereiche

Alle ehemaligen und aktuellen Teammitglieder beschäftigen sich mit Asien über das Interessenfeld eines Hobbies hinaus. Die Leidenschaft Asien zu verstehen und zu erleben führte dazu, dass man sich auch beruflich damit auseinandersetzen wollte, weshalb bei allen Teammitglieder der Bildungsweg stark durch Asienbezug geprägt ist. Der Anspruch aller Teammitglieder ist es, das POP|ASIA sich auch nach außen öffnet und neue Interessenten im deutschsprachigen Raum anspricht, gleichzeitig ist das Ziel, die internationale Freundschaft zwischen Japan und Korea zu pflegen.